Initiative Dondorf-Druckerei

Januar 2023

Nach der Abschlussveranstaltung des Deutschen Architekturmuseums zum ThemaBesser Bauen mit Bestand am 15. Januar 2023 gründen Willy Breder, Konrad Götz, Cordula Kähler, Daniel Keppel und Norbert Saßmannshausen dieInitiative DondorfDruckerei (IDD). Ziel ist die Rettung des historischen Fabrik-Gebäudes. Seine für Frankfurt und Bockenheim wichtige Geschichte soll erzähl- und erforschbar bleiben. Erste Aktivität ist die Veröffentlichung der damaligen Abrisspläne des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA). Danach gewinnt die Initiative schnell weitere Mitglieder.

April 2023

Der Ortsbeirats 2 führt am 24. April 202 eine außerordentliche öffentliche Sitzung durch. Dank der Kompetenz anwesender Architekt*innen und des Protests stadtteilaktiver Menschen, scheitert das MPIEA mit dem Versuch, seine Abrisspläne zu legitimieren. Stattdessen werden neue Argumente zur Erhaltung formuliert. Die Position des Ortsbeirates 2 zu den Abrissplänen ändert sich in dieser Versammlung: folgte der OBR seit Herbst 2022 der Darlegung der MPIEA weitgehend, dass ein Abriss unvermeidlich sei, lehnt der OB2 mit überwiegender Mehrheit seit dieser Sitzung den Abriss ab. Die Architects for Future kritisieren Abriss- und Neubauplan wegen der verschwendeten grauen Energie als klimaschädlich. Das Kollektiv Druckerei für Alle fordert, das Gebäude solle ein Kulturzentrum werden.

Die IDD startet im April eine zielgruppenspezifische Kampagne zur Ansprache der Stadtöffentlichkeit (Texte unter https://initiative-dondorf-druckerei.de/) und eine Petition zum Erhalt des Gebäudes.

Juni 2023

Beim Kulturcampus Open Air-Festival am 24. Juni 2023 wird das Gebäude besetzt. Dem interessierten Teil der Frankfurter Zivilgesellschaft wird es so möglich, die Räumlichkeiten zu besichtigen und den Zustand zu beurteilen. Nach 19 Tagen räumt die Polizei das Gebäude. Der Universitätspräsident lässt Türen und Fenster zumauern.

Dezember 2023

Das hält jedoch das Kollektiv Die Druckerei nicht davon ab, den Backsteinbau erneut in Besitz zu nehmen. Mit der Okkupation des Daches und dessen Räumung im Dezember 2023 wird die Auseinandersetzung bundesweit bekannt.

2024, 2025 und 2026

Das MPIEA verkündet im Januar 2024 den Verzicht auf das Grundstück. Im Juni 2024 trifft die Landesregierung zusammen mit den Dezernaten der Stadt und dem Direktor der Schirn eine erfreuliche Entscheidung: Solange die Räume der Kunsthalle am Römerberg saniert werden, soll sie das historische Gebäude der Dondorf-Druckerei als Interimsort nutzen. Das 2.Obergeschoss (2og Dondorf – Community Space) stellt die Stadt Initiativen und Institutionen aus Bockenheim zur Verfügung. Damit sieht die IDD gegenwärtig beide Ziele erreicht: Den Erhalt des Bestandsgebäudes und seine gemeinwohlorientierte Nutzung.

Aber politische Mehrheiten können sich ändern. Abrissfreunde versuchen, Einfluss zu gewinnen. Die Initiativen des 2.OG lassen sich jedoch nicht beirren. Die Geschichtsinitiativen setzen ihre historische Forschungs- und Erinnerungsarbeit fort. Neben der IDD sind das die Freunde Bockenheims e.V. (https://freunde-bockenheims.info/) – sie kooperieren mit der Route der Industriekultur (Industriekultur RheinMain – KulturRegion FrankfurtRheinMain). Weiterhin das Archiv der Revolte (Frankfurter Archiv der Revolte e.V.) und der Studienkreis Deutscher Widerstand e.V. (Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 | Forschen. Erinnern. Vermitteln).